Samstag, 10. November 2012

Ich hasse mich

Es ist 12.00 Uhr. Ihre Mutter und ihre Schwester sind in die Stadt gefahren. Ihr Bruder ist noch am schlafen, ihr Vater im Garten. Bis jetzt ist der Essplan eingehalten. Aber sie hat Lust auf etwas zum Essen. Sie geht in die Küche, um sich schon ihre Nudeln zu kochen. Bis das Wasser kocht, muss sie warten. Und fängt an, ein paar Salzstangen und 3 Teelöffel Eis zu essen.
Eine Stunde später. Die Nudeln hat sie verputzt. Aber sie hat immer noch Appetit. Dabei ist sie längst satt. Im Keller steht der Crepemaker. Soll sie wirklich? Eine Packung Crepe für sich alleine?
Sie wird schwach. Frisst die ganze Backmischung für den Crepeteig. Macht sich schön dick Nutella auf die Crepes, fühlt sich anschließend vollgestopft bis oben hin.
Im Bad der Versuch zu kotzen. Gescheitert, was denn sonst. Wie im ganzen Leben. Nichts bekommt sie auf die Reihe. Eine Viertelstunde umsonst über der Kloschüssel gebeugt. Und was kam? Nichts als Speichel, jede Menge Speichel. Sie hasst sich dafür. Möchte einfach nur ein normales Leben und am liebsten richtig dünn sein, aber das darf sie ja nicht, und das weiß sie. Sie hasst sich dafür, für alles. Fürs Fressen, hungern, dass sie nicht mal in der Lage ist zu kotzen, ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt.
Und obwohl sie schon mehr als vollgefressen ist, überlegt sie schon, was sie später noch alles essen könnte.




Ich muss Frau S. anschreiben, in der Hoffnung, dass sie schnell antwortet und mir helfen kann

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