Samstag, 20. April 2019

Happy End - Abschlusspost

Hallo an alle, die diesen Post noch lesen :)

Nach sooo langer Zeit bin ich mal wieder hier und ich bin ganz erstaunt, dass es anscheinend nach wie vor noch einige Menschen gibt, die sich durch meinen Blog klicken. Wohl eher niemand meiner früheren Follower, sondern eher verzweifelte Seelen, die sich durch Geschichten anderer lesen, so wie ich es damals getan habe...
2012 - vor fast sieben Jahren - habe ich diesen Blog eröffnet.
2015 - vor weit über drei Jahren - habe ich das letzte Mal gebloggt.
Was ist seit dem passiert? - So unfassbar viel...

Bezogen auf die Essstörung kann ich sagen - es gibt sie nicht mehr. Sie war plötzlich weg, mittlerweile schon seit über drei Jahren. Entscheidend war insbesondere, dass ich irgendwann einfach nicht mehr so akribisch auf Kalorien, Gewicht und meine Figur geachtet, sondern einfach gegessen habe, ohne so viel wie vorher darüber nachzudenken. Ich war wohl ziemlich müde von diesem ganzen Stress und habe mich irgendwie auch gefragt, was daran überhaupt so toll ist, total voll und überfressen zu sein.
Innerhalb der darauffolgenden Wochen habe ich irgendwann auf Fotos gesehen, dass ich eigentlich eine gar nicht so schlechte Figur habe. Nicht dünn, aber auch nicht dick. Vor allem hatte ich mein Gewicht in dieser Zeit gehalten, ohne mich groß dafür anzustrengen.
Bis dahin war es ein langer und langsamer Prozess. Aber so ist es bis heute. Ich halte mein Gewicht, ich mag meinen Körper. Und ich kann - zum ersten Mal in meinem Leben, denn auch als Kind war das nicht so - sagen, dass ich wirklich esse, was ich will, wann ich will und wie viel ich will. Das "Geheimnis" ist wohl, dass ich manchmal zwar gefühlt den ganzen Tag esse, aber gleichzeitig nie übermäßig viel, da ich es ja mittlerweile nicht mag, so überfüllt mit Essen zu sein...
Ich mache mir jeden falls absolut keine Gedanken über irgendetwas, mag meinen Körper und bin einfach nur total erleichtert, dass es damals, 2016, dann doch so unverhofft dazu gekommen ist.

Und bezogen auf mich? Ich bin mittlerweile 24, habe meinen Bachelor im letzten Jahr abgeschlossen und beginne nächste Woche mein zweites Studium, denn ich werde nun doch Sportlehrerin♥ Nach wie vor bin ich mit Leidenschaft in meinem Leistungssport aktiv und dazu in meinem Sportverein engagiert. Ich bin zwischendurch ein bisschen durch die Welt gereist und habe mich einfach an den vielen kleinen Dingen des Lebens erfreut.

Ich stehe also wirklich mitten im Leben und bin unfassbar dankbar und glücklich, für alles, was ich erlebe, für die Möglichkeiten, die das Leben mir bietet und bin gespannt auf alles, was noch auf mich wartet. Und auch, wenn es vielleicht absurd erscheinen mag, aber in gewissem Maße bin ich auch dankbar für die Essstörung, da ich wohl nur durch diese dunklen Zeiten zu einem dieser Optimisten geworden bin, der sich immer alles so lange dreht und wendet, bis er etwas Positives in jeder Situation findet.
Außerdem habe ich gelernt, dem Leben zu vertrauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass alles im Leben - auch die Essstörung - einen Sinn hat und so kommt, wie es kommen soll und kommen muss. Und natürlich, dass am Ende immer alles gut wird.


Wie der Überschrift zu entnehmen ist, ist das mein letzter Blogpost. Löschen werde ich meinen Blog erstmal nicht. Vielleicht / bestimmt irgendwann in ein paar Jahren. Bis dahin hoffe ich, dass diejenigen, die hierüber stolpern, ein bisschen Kraft und Hoffnung finden können, dass auch bei ihnen irgendwann alles ein positives Ende nehmen wird. Auch mein Weg war lang und nicht einfach, aber ich habe es irgendwann, irgendwie geschafft und du wirst es auch schaffen! 

Alles Liebe und Gute an alle, die das hier lesen ♥

1 Kommentar:

  1. Ohh wow, noch eine "Altbloggerin". Es ist so schön das von dir zu lesen. Alles erdenklich Gute weiterhin
    Lauri <3

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